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Nach 100 Jahren

möchte ich gelesen werden …

Ich werde gewiß nichts mehr einsenden

(…) Meinen herzlichsten Dank, liebster Bruder, für das hübsche Siegel, es war mir sehr erwünscht, eigentlich gradezu notwendig, und macht mir deshalb viel Freude. Ebenso herzlich danke ich Dir für deine Warnung hinsichtlich des Feuilletons. Ich bin ganz deiner Ansicht und werde gewiß nichts mehr einsenden, doch möchte ich gern ein eklatanten Bruch vermeiden, sowohl, um mir nicht mutwillig Feinde zu machen und ein paar Dutzend sehr scharfer satirischer Federn auf den Hals zu ziehen, die gewiß schlau genug sein würden, mich nicht von der katholischen, sondern von der rein poetischen Seite anzugreifen, und meinen literarischen Ruf möglichst zugrunde zu richten, als auch Schückings wegen, der doch ganz unschuldig an der Sache ist, dessen Lebensunterhalt vorläufig vom guten Bestehn desWeiterlesenIch werde gewiß nichts mehr einsenden

Wie ihr jetzt blindlings auf mich loshackt

Ich habe lange gewankt, ob ich Deinen harten Brief beantworten sollte, liebe Anna, denn ich war entschlossen, Alles über mich ergehen zu lassen; was soll ich den anderen auch sagen, sie wissen ja eigentlich nichts, und zudem muss ich büßen für manches, was Du auch nicht weißt, und dazu ist ihre Übereilung recht gut, denn es ist schrecklich, sich so stillschweigend von allen Seiten verdammen zu lassen; aber Du kömmst mir zu tief ins Leben, denn Du weißt viel mehr wie die anderen, und doch tust Du ebenso unwissend hart und ebenso verwunderte Fragen, da Du doch die Antworten weißt. Hör, Anna, ich will Dir allerhand sagen, nicht, als ob ich nicht alles tausendmal verdient hätte, sondern weil du michWeiterlesenWie ihr jetzt blindlings auf mich loshackt

Dass die Bornstedt lieber erfriert und verhungert …

(…) Zu meinem Gedichten ist noch manches recht Gelungene hinzugekommen, und die Pastete bald gar. Dann habe ich aber einen Plan damit, den ich Dir nur im Vertrauen mitteile, und über den ich voraussehe, sehr ausgeschumpfen zu werden. Liebes Herz, die arme – freylich nicht besonders schätzbare – Bornstedt ist sehr, sehr unglücklich, von jedermann verlassen, in eine Melancholie versunken, daß man allgemein für ihren Verstand fürchtet, von ihrem Liebhaber fortwährend schändlich betrogen und geplündert – während man in ihrem jetzigen Zustande es nicht wagen darf, eine Aufklärung herbeyzuführen – und gewiß in großer Geldnot, vielleicht hungernd, obwohl sie alle dergleichen Andeutungen mit stolzer Empörung zurückweist; aber sie hat keine einzige Stunde mehr. Nähern werde ich mich ihr nie wieder,WeiterlesenDass die Bornstedt lieber erfriert und verhungert …

Sie könnten nirgends besser sitzen!

(…) Sie wissen, Lies, ein bißchen miserabel bin ich immer, sticht’s mich hier nicht, so kneipt’s mich dort, z. B. jetzt seit drey Wochen im Ohr, macht einen Lärm wie drei Pulke Kosaken und mich nebenbey so dumm, daß man Mauern mit mir einrennen könnte. Wahrhaftig, Lies, Sie würden mich nicht wiederkennen – ein completer Wechselbalg! Stocktaub auf Einem Ohre, und hat man mir endlich das Nöthigste eingeschrieen, so begreife ich es noch nicht mahl, weil mir immer wie unter dem Schaffhauser Wasserfalle ist. Man sagt, die Geschwulst werde nun bald durchgehn – proficiat – mag sie’s tun – heimlich oder öffentlich – ich werde ihr keinen Steckbrief nachschicken! (…) Ich war aber auch übel daran. Krank und voll Herzensangst,WeiterlesenSie könnten nirgends besser sitzen!

Es wird bald Zeit sein, unsre Koffer wegzuschicken

(…) Die Tante von Bonn und Marie sind noch hier, wollen aber in acht Tagen abreisen, — Tony hat ihnen einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht, — sie wollte mitreisen, und Mama, da sie klagte wie ein Bettler an der Straße, die Reise für sie bezahlen, — Tony ging indessen vorläufig auf einige Tage nach Loburg zu Beverförden, wo auch Tante Engel und, wahrscheinlich, mehrere der jungen Herrn waren, — aus den Tagen wurden Wochen, wir hörten und sahen nichts von ihr, — indessen setzte die Tante ihre Abreise auf den 6ten fest, — sie wollte über Wesel und dann .mit dem Dampfboot gehen, — ich mußte wegen Tony’s Weiterreise nach Aachen an die Mertens schreiben, die sich aufsWeiterlesenEs wird bald Zeit sein, unsre Koffer wegzuschicken

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