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Nach 100 Jahren

möchte ich gelesen werden …

Die Bornstedt läßt sich fleißig besuchen

(…) Die Bornstedt läßt sich jetzt vom gleichfalls etwas einsam stehenden Sohne des Vaterlandes fleißig besuchen, unter vier Augen schmeicheln und hinterm Rücken gräulich durchziehn. Sie ist doch wirklich und durch unglücklich, und selbst von denen, die noch ihr letzter Trost und Stolz sind, verraten und missbraucht! Doch freue ich mich immer, wenn ich noch von irgend einer glücklichen Täuschung höre, es hilft ihr doch, das Leben ertragen, wie z. B. der Bräutigam, der Sohn des Vaterlands, und gewiß auch der „hochadliche Schwanenhals“. Jetzt ist sie in Herbern, und Manche meinen sie werde ganz dort bleiben,- aus Liebe zum Landleben – da sie in Münster durchaus nicht mehr subsistieren könne. (…)

Ich werde gelesen – aber auch gekauft?

(…) Hierbey fällt mir Hüffer ein; hören Sie, wie es mir mit dem gegangen ist! Er antwortete sehr höflich, daß er keineswegs den Ladenpreis verlange, sondern sich als meinen Kommissionär ansehe und neben Druck- und sonstigen Kosten nur gewiße Prozente – ich weiß nicht mehr wieviel – nehmen werde. Die Bücher kamen an – es waren statt 300 nur 172 – dabey die Rechnung, und diese machte, trotz der minutiösesten Berechnung, nur 63 Taler; im Laden kostete das Buch 25 Silbergroschen. Die Auflage war 500* Exemplare stark. Hüffer hat also 328 Exemplare verkauft und dafür 272 Taler eingenommen; so war er doch längst wieder zu seiner Auslage oder vielmehr hatte schon entschiedenen Profit gehabt, was mir sehr tröstlich ist. DennWeiterlesenIch werde gelesen – aber auch gekauft?

Laßberg muß versöhnt werden

(…) Ich gehe jetzt täglich ins Museum, setze mich auf Deinen Stuhl am Fenster und sehe, was das „Morgenblatt“ bringt. Vorgefunden: erstens Dein Gedicht auf die Meersburg, was mir aber schon eine schöne Verlegenheit zugezogen hat, und zwar eine wohlverdiente, da die Idee, den guten Laßberg nebst Uhland auszumerzen zwar nicht von mir ausgegangen, aber doch approbiert worden ist; und jetzt fiel es mir wie ein Stein aufs Herz: Gott, das sieht ja ganz aus, als ob Levin sich öffentlich seiner schämte, als zu unbedeutend für ein Gedicht; und nun grade im „Morgenblatt“, das Laßberg gleich vor Augen kömmt! Es währte auch nicht lange, so waren die Puppen am Tanz; von allen Seiten wurde dem alten Herrn die schmeichelhafte NachrichtWeiterlesenLaßberg muß versöhnt werden

Ich hab ja meine Pillen

Ich habe zwar sehr lange nicht geschrieben, liebste Mama, aber ich hoffe doch, daß du mir nicht böse bist, ich habe es wirklich nicht gekonnt, angefangene Briefe liegen genug in meinem Schreibtisch, aber ich habe sie nie in einem Stück fertig schreiben können, und wenn sie dann so‘n paar Tage alt waren, so wurden sie mir zuwider, und ich fing wieder Neue an, die auch nicht weiter kamen, du mußt nur nicht denken, liebste Mama, als ob ich besonders krank wäre, die Leute wollen behaupten, ich sähe besser aus, als da ich hieher kam, und es kömmt mir bisweilen selbst so vor, auf jeden Fall befinde ich mich seit dem Driburger Bade viel besser, was Leib- und Magenschmerzen und Uebligkeiten,WeiterlesenIch hab ja meine Pillen

Äußere Anlässe zum Erwachen

(…) Ausnehmend gut ist bey der Auswahl der Bücher unser Geschmack getroffen, denn wir lassen uns beiderseits darauf totschlagen, daß wir das Schönste bekommen haben (nämlich jede von uns will das Schönere bekommen haben), und wirklich finde ich „Die Schuld“ so vortrefflich, habe sie so oft gelesen und daran gedacht, daß ich sie zur Not wieder aufschreiben könnte, wenn alle Exemplare sollten verloren gehen. Unbegreiflich ist mir, wie ein so großes Talent wie das des Herrn Müllner, vierzig Jahre ruhen konnte, (wie er in seiner Vorrede selbst sagt) bey allen äußeren Anlässen zum Erwachen, die sich im Leben einem so häufig darbieten. … Lebe wohl! Jenny steht am Fenster und ruft wie ein Zahnbrecher, daß ich kommen und mich ankleidenWeiterlesenÄußere Anlässe zum Erwachen

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