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Nach 100 Jahren

möchte ich gelesen werden …

Clemens ist aus dem Dienste gejagt

(…) Werner habe ich erst vorgestern, wo ich nach Hülshoff gegangen bin, recht sprechen können, – mit der reichen Braut bey Westphalens das ist Nichts, — man weiß eigentlich gar nicht ob sie reich ist, und in jedem Falle, soll sie es bey Weitem nicht genug sein, um mit ihrem Gelde ihr unvortheilaftes Äußere vergessen zu machen — doch ist sie, wie Linchen sagt, recht gebildet, und, nach österreichischer Weise, lustig, und freundlich — Werner, hingegen, kann gar nicht von ihrer Hässlichkeit aufhören — die Kinder zu Hülshoff sind sehr gewachsen, und Annchen mir jetzt lieber als der Junge, der zwar auch allerliebst, aber mitunter sehr unartig, und immer unbeschreiblich unruhig und lästig ist – Linchen ist jetzt ziemlich strengWeiterlesenClemens ist aus dem Dienste gejagt

„Nenn sie Hexe und Kokette, aber niemals kleine Nette!“

Was kommen Sie mir denn mit meiner steinalten, seit 25 Jahren begrabenen Koketterie? Ich habe Ihnen ja schon früher erzählt, wie wir sämtlichen Cousinen haxthausischer Branche durch die bittere Not gezwungen wurden, uns um den Beifall der Löwen zu bemühn, die die Onkels von Zeit zu Zeit mitbrachten, um ihr Urteil danach zu regulieren, wo wir dann nachher einen Himmel oder eine Hölle im Hause hatten, nachdem diese uns hoch oder niedrig gestellt. Glauben Sie mir, wir waren arme Tiere, die ums liebe Leben kämpften, und namentlich Wilhelm Grimm hat mir durch sein Mißfallen jahrelang den bittersten Hohn und jede Art von Zurücksetzung bereitet, so daß ich mir tausendmal den Tod gewünscht habe. Ich war damals sehr jung, sehr trotzigWeiterlesen„Nenn sie Hexe und Kokette, aber niemals kleine Nette!“

Meine Sprachkenntnisse: schlecht! schlecht!

Sollte ich Ihnen wirklich eigenmündig Veranlassung gegeben haben zu glauben, ich könne den Leonidas in der Ursprache lesen? Oder trägt die große geistige Elle die Schuld, an der, wie der Fuchs beym Messen den Schwanz, so Sie den glänzenden Schweif Ihr[er] eignen Vielwissenschaft zugeben? Sed non cuivis contingit adire Corinthum![1]Sed non cuivis contingit adire Corinthum: Aber es kann nicht jeder nach Korinth gehen Ich kann elendiglich wenig Griechisch, in meinen besten Glanz- und Übungsjahren kaum über die Fibelschützerey hinaus und jetzt wieder schmählich dahin zurückgesunken. Kurz, ohne den großen Trost der lateinischen Erläuterungen würde ich kaum begriffen haben, wo die Glocken hängen, und bin auch jetzt noch bey Manchen nicht ganz sicher darüber. Von einem eigentlichem Urheile kann also nichtWeiterlesenMeine Sprachkenntnisse: schlecht! schlecht!

Ich kann mich noch nicht daran gewöhnen, daß meine Alte fort ist

(…) Hier ist alles wohl, nur ich habe viel Trübsal gehabt: schon vom Dampfboot einen Husten mitgebracht, meine liebe alte Amme sehr kümmerlich gefunden; nach einigen Wochen brach die Brustwassersucht völlig bey ihr aus, und seitdem habe ich ein Leben gehabt, wie ich es keinem Türken gönnen möchte, Tag und Nacht das Jammern gehört, und das Elend vor Augen. Mama wollte mich umquartieren, aber die Köchin, die neben der Alten schlief, hatte einen gar zu festen Schlaf und konnte es auch der Alten nicht recht machen; so setzte ich es durch, unten zu bleiben. Es ist überstanden, aber es war eine harte Zeit, vom Ende Oktobers bis zum 23sten Februar, wo wir meine gute Alte begraben haben. Mama brachte michWeiterlesenIch kann mich noch nicht daran gewöhnen, daß meine Alte fort ist

Der Teerose trau ich nicht recht

(…) die Pelargonien werden noch vorerst nicht blühn — als ich, vor etwa acht Tagen, von Rüschhaus ging waren die Knospen an beiden auch fast um nichts weiter hervor getrieben, als bey deiner Abreise, sonst standen die Blumen da sehr gut, — nur ein kleiner Pelargonien-Steckling, der ganz allein unter einem großen Glase stand, sah miserabel und verschimmelt aus, — und auch der Teerose trau ich nicht recht, — die Knospe daran ist gar nicht zum Aufblühn gekommen, — du wirst dich erinnern, daß ich dich schon, eh du fortgingst, aufmerksam darauf machte, daß sich die Blätter umrollten, als ob sie verwelken wollten, — so ist es denn auch gekommen, sie ist endlich ganz eingedorrt, und das Stämmchen selbst siehtWeiterlesenDer Teerose trau ich nicht recht

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