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Nach 100 Jahren

möchte ich gelesen werden …

Wie bald könnte Jenny Witwe sein

(…) Ich schreibe Dir unter Kanonendonner, unter Pauken- und Trompetenschall. Die Bürgermiliz hat sich vor der Pfarrkirche aufgepflanzt und läßt ihr Geschütz, wirklich ordentliche Kanonen, seit vier Uhr Morgens, sechs Messen lang, so unbarmherzig zu Gottes Ehre knallen, daß fast in jedem Hause ein Kind schreit; und wir auf dieser Seite haben alle Fenster aufsperren müssen, damit sie nicht springen. In den Schwaben ist doch mehr Lust und Leben wie in unsern guten Pumpernickeln! Stiele hat sich in eine Uniform gezwängt, die aus allen Nähten bersten möchte, und maltraitiert die große Trommel mordmäßig. Als ich aus der Kirche kam, salutierte er höchst militärisch und sagte dabey höchst bürgerlich: „Guten Morgen, gnädiges Fräulein!“ Da höre ich soeben die Prozession kommen. SieWeiterlesenWie bald könnte Jenny Witwe sein

Es ist immer gut, eine Sache von mehreren Seiten zu betrachten

Ich habe Laßbergen die beiden Cottaischen Briefe und aus dem Ihrigen das Betreffende mitgeteilt, und, sollten Sie es denken? Es war ihm alles nicht halb recht, d. h. von Cottas Seite. Von 550 Gulden mochte er mal gar nichts hören, selbst 700 schien ihm wenig, da dann, falls die Sammlung, wie Uhlands Gedichte, achtunddreißig Bogen enthielt, nicht mal zwei Louisdor auf den Bogen kämen, da mir doch selbst die obskure Abendzeitung schon drei Louisdor vorläufig geboten und sich obendrein einer willkürlichen Steigerung meinerseits unterworfen habe; auch Hüffer habe mich ja durch die dritte Hand wissen lassen, daß er den Verlag wünsche und, wenn ich es verlange, 500 preußische Taler geben würde; von Velhagen sowohl wie Dumont lasse sich zwar nichtsWeiterlesenEs ist immer gut, eine Sache von mehreren Seiten zu betrachten

Sie flickt ihm das Weißzeug

Schücking ist jetzt Mitredakteur der „Allgemeinen Augsburger Zeitung“, wohnt in Augsburg, ist seit drei Monaten verheuratet, gottlob sehr zufrieden, und schreibt mir oft; auch seine Frau hat mir wieder geschrieben, einen sehr natürlichen, herzlichen Brief. Sie scheint voll des besten Willens zu sein, ihn glücklich zu machen. Er schreibt, aus ihrer Schriftstellerei werde jetzt nicht viel mehr, sie habe meistens die Küchenschürze vor oder flicke ihm sein Weißzeug; das hat mir sehr tröstlich geklungen. Der Himmel hat den armen Schelm so lange und bitter geprüft, ich hoffe, jetzt läßt er’s ihm auch mal gut gehen. Er fängt jetzt an, ziemlich berühmt zu werden, sein neuster Roman, „Das Schloß am Meere“, findet großen Beifall, so auch seine Erzählungen in verschiedenen Taschenbüchern.WeiterlesenSie flickt ihm das Weißzeug

Das bewußte Paket

(…) Ich war, um das bewußte Paket zu holen, in Münster bey Ihrer Tante, die ich noch immer hübsch und sehr angenehm finde. Ich hoffte, bey dieser Gelegenheit manches von Ihren Sachen, woran mir liebe Erinnerungen hängen, mal wieder vor Augen zu bekommen, Ihr Schreibzeug, Ihre Bücher, alle die kleinen Andenken von Ihrem Nippestische: aber wahrscheinlich war alles in einer Plunderkammer aufgestapelt, denn die Tante setzte mich in den Kanapee und holte das Bezeichnete herbey. Ich tat natürlich, als sei mir der Inhalt unbekannt, und als wünschten Sie nur Ihre wichtigsten Papiere an einem Ort, wo sie binnen den acht Jahren nicht durch Umziehn dem möglichen Verlust ausgesetzt wären; doch schien die Tante etwas pikiert und meinte, auf die DiskretionWeiterlesenDas bewußte Paket

Ich hab ja meine Pillen

Ich habe zwar sehr lange nicht geschrieben, liebste Mama, aber ich hoffe doch, daß du mir nicht böse bist, ich habe es wirklich nicht gekonnt, angefangene Briefe liegen genug in meinem Schreibtisch, aber ich habe sie nie in einem Stück fertig schreiben können, und wenn sie dann so‘n paar Tage alt waren, so wurden sie mir zuwider, und ich fing wieder Neue an, die auch nicht weiter kamen, du mußt nur nicht denken, liebste Mama, als ob ich besonders krank wäre, die Leute wollen behaupten, ich sähe besser aus, als da ich hieher kam, und es kömmt mir bisweilen selbst so vor, auf jeden Fall befinde ich mich seit dem Driburger Bade viel besser, was Leib- und Magenschmerzen und Uebligkeiten,WeiterlesenIch hab ja meine Pillen

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