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Nach 100 Jahren

möchte ich gelesen werden …

Ich habe viel Angst um sie ausgestanden 

Du siehst aus diesem langen Bogen, liebste, beste, alte Mama, daß ich wenigstens den Willen habe, recht viel zu schreiben. Ob ich dazu komme, das weiß Gott; obgleich ich nichts, gar nichts zu tun habe und auch nirgends hingehe. Aber ich habe mein Nichtstun so künstlich eingeteilt, daß mir keine Minute übrigbleibt und ich den ganzen Tag wie auf der Flucht bin. Du kannst meine höchst einfache und pünktliche Lebensordnung schon aus meinen früheren Briefen beurtheilen. Eben in derselben Form besteht sie noch immer. Ich lebe so sehr nach der Uhr, daß ich mich ganz desorientiert fühle, sobald ich mal etwas anderes vorgenommen habe. (…) Wir sind hier Gottlob Alle wohl, nur Pauline kann noch immer nicht wieder zu ihremWeiterlesenIch habe viel Angst um sie ausgestanden 

Niemand hat versucht, mich zu entführen!

Ich hätte Dir so gern unmittelbar nach meiner Ankunft geschrieben, aber die Nachwehen der Reise ließen sich doch spüren, wo dann eine Unfähigkeit, in gebückter Stellung zu verweilen, immer das Erste ist, was sich bey mir einstellt. Jetzt bin ich jedoch ziemlich wieder auf dem Strumpf und kann Euch Lieben, von denen ich gewiß weiß, daß Ihr meinen Weg in Gedanken mitgemacht und mit Euern guten Wünschen begleitet habt, nunmehr Rechenschaft von meinem honetten Betragen in der wilden fremden Welt ablegen, sowie Kunde geben von den „ungeheuerlichen und abentheuerlichen Gefahren“, denen ich um so sicherer entgangen bin, da sie gar nicht den Muth gehabt haben sich zu zeigen. Es ist kein Dampfkessel zersprungen, weder Land- noch Seeräuber haben sich gezeigt,WeiterlesenNiemand hat versucht, mich zu entführen!

Goethe – ein Schweinickel!

(…) Johannes Stapel war auch hier … übrigens verbauert er immer mehr, und nahm sich, aufrichtig gesagt, mitunter etwas kläglich aus, einmahl war in Abbenburg ein Disput über Goethe, zwischen Onkel Fritz, unserm Werner, Galen, und Hassenpflug, Johannes hatte immer schweigend zugehört, auf einmahl sagt er ganz laut „Mit Erlaubnis! ist der Goethe nicht ein Schweinickel?“ Alle sperrten Nase und Mund auf, und ich sagte „er hat freylich Manches geschrieben, was für ganz junge Leute nicht passt“. Er stand auf, sagte „nun weiß ich genug, wenn er ein Schweinickel ist!“, und ging triumphierend den Laubgang hinauf. Keiner machte Bemerkung hierüber, aber es wurde Allen schwer das Lachen zu lassen. (…)

Diese fast fieberhafte Unruhe  

(…) Es geht jetzt in Münster ein, wie man sagt, sehr hübsches Gedicht auf den westfälischen Frauenverein herum, wovon man mich mit aller Gewalt zur Verfasserin machen will; ich muß mich überall mit Händen und Füßen gegen dies ungerechte Gut verteidigen und werde es zu bekommen suchen, weil doch meine Eitelkeit ein wenig dabey interessiert ist zu sehen, wessen Geistes Kind es sei. Einige legen es auch der Madame Schücking, Ihrer Cousine, zu; sollte dies so sein, so interessiert es mich doppelt, sowie alles, was von diesem herrlichen und seltenen Weibe kömmt, zu der ich eine so eigne und innige Hinneigung fühle, daß ich sie bey unsrer geringen Bekanntschaft durch ihre mannigfaltigen schönen und anziehenden Eigenschaften kaum erklären kann. VielleichtWeiterlesenDiese fast fieberhafte Unruhe  

Das ist doch kläglich!

(…) Kinkel war (Ende September) wieder gesund und in voller Tätigkeit, seine Johanna aber hätte man steinigen mögen, weil sie den nagelneuen Streit zweyer Frauen aus geachteten und mit halb Bonn verwandten Familien auf die skandaleuseste Weise als Novellenstoff verarbeitet hatte. Die Indiscretion des Federviehs ist doch heutzutage wahrhaft scheuslich! Meine Charackteristik im „Jahrbuche“ mag auch ein rares Stückchen sein, da sich der gute Kühnast so daran geärgert hat! Sie können wohl denken, daß ich es nicht gelesen, und wahrlich keine Lust dazu habe. Bädeker hat mir das Buch geschickt, d. h. nach Hülshoff. Werner schickte mir den Brief, behielt aber das versiegelte Paket bis auf weitere Ordre zurück; dort mag es ruhn bis zum jüngsten Tage! Hier ist esWeiterlesenDas ist doch kläglich!

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