Mehr über Annette von Droste-Hülshoff (hier auf einem Gemälde von Sprick)

Sie möchten Annette von Droste-Hülshoff kennenlernen? Stöbern Sie hier in den Briefen der Dichterin, erfahren Sie mehr über ihren Alltag, ihre Arbeit, ihr Privatleben und den Briefverkehr zu ihrer Zeit. Lernen Sie ihre Wohnorte kennen, verfolgen Sie ihre Korrespondenz mit Zeitgenossen, und gehen Sie mit Annette von Droste-Hülshoff auf Reisen.

300 Briefauszüge der Dichterin sind hier verfügbar, kategorisiert und verschlagwortet. Auch alle Kommentare sind authentisch und stammen von Zeitgenossen.

Viel Spaß beim Stöbern und Lesen!


An: Christoph B. Schlüter, aus: Abbenburg
1838 19.Juli

Mit der äußeren Ausstattung des St. Bernhard bin ich sehr zufrieden, sie ist in der Tat sehr anständig, einen einzigen Druckfehler habe ich gefunden, der aber den Sinn nicht entstellt und mir somit keinen Kummer macht. Er kömmt vor bei der Szene im Grabgewölbe: „So liegen Sie, und keine Träne Rann auf die bleiche Wange noch“, statt dessen steht „Kam auf die bleiche Wange noch“. Dies macht einigermaßen den Eindruck, als erwarte man, dass die Leichen weinen sollten, dahingegen das rann das Hinabträufeln fremder Tränen deutlicher bezeichnet; doch das macht wenig und ist ohne Zweifel meine undeutliche Schrift schuld daran. Was mich mehr betrübt, ist, dass ich jetzt überzeugt bin, zuviel gestrichen zu haben, geschrieben sieht… Weiterlesen »

An: Moritz von Haxthausen, aus: Rüschhaus
1832 21.Oktober

Wir erwarten jetzt Jenny bald zurück, Werner, mein Bruder nämlich, ist vorgestern abgereist, um sie selbst von Bökendorf abzuholen — ich fürchte nur, man wird ihn dort aufhalten, was mir eigentlich gar nicht recht war, denn Jenny ist hier höchst nötig, erstlich für ihre Blumen, die in dem kalten feuchten Wetter eher zurück als vorwärts wachsen — Mama würde sich die Haare ausreissen, wenn sie es sähe, aber sie sitzt schon seit drei Wochen in der Stube und laboriert an einer Fußwunde, die zwar nicht sehr böse ist, aber doch auch nicht ganz besser werden will, und das ist eigentlich der Hauptgrund, weshalb ich Jennys Zurückkunft kaum erwarten kann, denn Mama wär längst kuriert, wenn ich nur etwas Succurs hätte, sowohl was… Weiterlesen »

Hintergrund: Succuts = Hilfe
echappieren = entkommen
An: Hildegund von Laßberg, aus: Abbenburg
1845 31.August

Mein liebstes Gundelchen, obwohl ich jetzt sehr wenig Zeit habe, muss ich Dir doch sagen, wie mich Deine lieben Briefchen gefreut haben. Du bist mein gutes, altes Gundelweible, was seine Tannette nicht vergißt, wenn sie auch eine Zeitlang von Meersburg fort ist. Aber Hildel vergißt mich auch nicht, das weiß ich wohl. Ich wollte, Ihr wärt jetzt beide bei mir in Abbenburg, da könntet Ihr recht Eure Freude haben an den vielen, vielen jungen Entchen, die hier auf dem Teiche herumschwimmen und so zahm sind, dass sie uns aus der Hand fressen, und an den ungeheuer vielen kleinen Schweinchen, die jetzt noch ganz niedlich sind und gar nicht schmutzig. Einige davon sind schneeweiß mit schwarzen Flecken, was ganz allerliebst aussieht; aber… Weiterlesen »

Hintergrund: Die Nichten der Droste, die zwillingsschwestern Hildegunde (1836 bis 1909) und Hildegard (1836 bis 1914) von Laßberg, nannten ihre Tante gerne Tannette. Sie erben nach dem Tod ihrer Mutter Jenny 1859 das von der Droste in Meersburg ersteigerte Fürstenhäuschen.
An: Therese von Droste, aus: Plittersdorf
1831 7.Februar

Köln ist halb verrückt über den Prinzen Wilhelm und seine Frau, die es jetzt in seiner Mitte hat, aber das sind Sachen, die mich nicht interessieren. Im Karneval gehn Clemens und Pauline nach Köln, ich werde mich aber hübsch zu Haus halten, es kostet nur Geld, und ich habe gar kein Verlangen danach. Plitterdorf, 7. Februar… Weiterlesen »

An: Johann Friedrich Cotta, aus: Rüschhaus
1844 30.Oktober

Ew. Hochwohlgeboren haben mich so freundlich beschenkt, dass ich Ihnen längst meinen herzlichen Dank würde ausgedrückt haben, wäre die Ankunft der Büchersendung nicht durch Umstände dermaßen verspätet worden, dass dieselbe erst seit wenigen Tagen in meinen Händen ist. Ihr Geschenk musste mich umso mehr freuen, da meine kleine Bibliothek bis jetzt noch keins der übersandten Werke enthielt und ich mehrere derselben, namentlich Lenaus und Zedlitzens Gedichte, bereits in Münster, wo der Buchhandel sich fast ausschließlich nur mit norddeutschen Produten befaßt, vergebens zu erhalten gesucht hatte. Als ich im Spätsommer vom Bodensee in meine Heimat kehrte, hoffte ich über Stuttgart zu kommen und dort Ew. Hochwohlgeboren… Weiterlesen »

An: Jenny von Laßberg, aus: Rüschhaus
1839 29.Januar

In Münster hat sich bei der Rätin Rüdiger (einer sehr netten und anspruchslosen Frau und Tochter der bekannten Elise von Hohenhausen) ein kleiner Klub von angehenden Schriftstellern gebildet, die jeden Sonntag abends dort zusammenkommen, um zu deliberieren und einander zu kritisieren. Er besteht aus einer Tante der Rüdiger, Henriette von Hohenhausen (die ein Bändchen sehr hübscher Erzählungen geschrieben hat), der Bornstedt, Levin Schücking, Junkmann und meiner Wenigkeit, wenn ich mal grade in Münster bin. Der Bornstedt ihre Schreiberei bedeutet nicht viel, doch verdirbt sie keinen Stoff ganz, ist in alle Sättel gerecht, und liefert, wie die Verleger es verlangen, bald eine Erzählung, bald einen Operntext, Gedichte,… Weiterlesen »

Hintergrund: Rezensionen der "Gedichte 1838" erschienen u.a. im Oktober 1838 im "Telegraphen für Deutschland" (Levin Schücking), im Mindener "Sonntagsblatt" vom 16.9.1838 (Elise von Hohenhausen),in Cottas "Morgenblatt für gebildete Leser" vom 22., 24.-27. 12. 1838 (vermutlich Levin Schücking), in der Beilage "Literarische Blätter" zu "Der Gesellschafter" am 19.8.1840 (Gustav Kühne) und im "Telegraphen" vom Juli und August 1840 (Friedrich Engels). Eine Rezension durch den Jenaer Literaturprofessor O.L.B. Wolff ist nicht nachgewiesen.
An: Joseph von Laßberg, aus: Rüschhaus
1837 18.März

Mein „St. Bernhard“ hat seltsame Schicksale! Sie wissen, dass ich von Eppishausen aus den Kölner Verleger gebeten hatte, mit der Herausgabe zu zögern, bis ich nach Bonn komme, weil ich noch einiges verändern wolle. In Bonn angekommen, finde ich denjenigen Professor, der sich mit der Besorgung der Sache beladen hatte, gänzlich zerfallen mit dem Verleger, der bis dahin auch der seinige gewesen war. Die guten Leute schrieben sich die furchtbarsten Injurien und werden wohl kaum auf dem Wege der Güte mehr auseinander zu bringen sein…. Weiterlesen »

An: Therese von Droste, aus: Rüschhaus
1828 10.September

Mit der Haushaltung geht hier übrigens alles recht gut. Ich habe noch wenig darin ausgelegt. Fleisch ist gar nicht gekauft, wir hatten noch junge Tauben, Hüerländers brachten junge Enten, und vor allem ist uns Ferdinand mit seiner Jagdbeute sehr hilfreich gewesen. Er besucht uns fast immer um den andern Tag und steht in hohem Kredit bei den Lotten. … Mit dem Bau geht es hier nicht so voran, wie ich wünschte. Selkmann ist, seit du weg bist, fast nie selbst hier gewesen, sondern hat nur die Gesellen geschickt, und mir ist es vorgekommen, als gehe seitdem alles viel langsamer. Am nächsten Samstag sind es nun schon vierzehn Tage, dass die Maurer, ohne mir das geringste vorher zu sagen, gänzlich fortgegangen sind und hinterlassen… Weiterlesen »

Hintergrund: Seit Sommer 1828 arbeitet die Droste an einem Entwurf zum zweiten Gesang des "Hospiz auf dem Großen St. Bernhard". Im Herbst gerät die Weiterabeit ins Stocken - wegen gesundheitlicher Probleme (Augenleiden), aber auch, weil sie während der Abwesenheit von Mutter und Schwester, die sich - wieder ohne Annette - bei den Verwandten in Bökendorf aufhalten, Rüschhaus eine Zeitlang alleine verwalten muss.
An: Therese von Droste, aus: Köln
1825 18.Oktober

Wenn ich noch etwas von meinen niedlichen Sachen in dem Koffer (mit den bestellten Kleidern) mitbekommen könnte, um meine Zimmer auszuzieren, z. B. das Kästchen von der Thielemann oder eins von meinen schönen Eau-de Cologne-Gläsern, das wäre recht hübsch, doch wenn es nicht ganz gut geht, so ist es ganz einerlei. Aber vor allem muss ich etwas Noten haben (die zwei neuesten Sachen, nämlich die von Caraffa, die Variationen von Rhode verlange ich nicht, denn ich weiß sie auswendig und bin sonst vielleicht gezwungen, sie an jemand, den ich nicht kenne, auszuleihen) und sonst noch etwas, was ich noch nicht recht einstudiert habe, auch das Generalbassbuch von Onkel Max – und doch ja die Ledwina, woran ich in diesem Winter ein gutes… Weiterlesen »

Hintergrund: Annette Aufenthalt bei ihrem Stiefonkel Werner von Haxthausen, der als preußischer Regierungsrat in Köln lebt, und dessen Frau Betty hat auch gesundheitliche Gründe: Das Klima am Rhein würde ihr Befinden bessern, glauben die Ärzte. In Köln und Umgebung bewegt sich Annette erstmals frei von familiären Zwängen und macht viele Bekanntschaften, darunter auch die von Sibylle Mertens-Schaaffhausen.
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