Kategorie: Rüschhaus

Weizen und Roggen sind eingefahren

Von Annette von Droste-Hülshoff
7. August 1846

Hier im Hause ist alles wohl. Gestern ist der Weizen eingefahren, sechs kleine Fuder, er scheint sehr vollkörnig. Der Roggen ist schon zu Hause, drei Fuder, die Körner etwas klein, das Stroh sehr lang. Der Flachs steht prächtig, Äpfel bekommen wir ziemlich viele. Sage Mama, die beiden kleinen Kätzchen hätten wir verschenkt, das dreifarbige an Kortenkämpers, aber schon wieder ein neues Trikolörchen, von der jüngsten Trikolor-Madame. Gott! welche Hitze! Heut um 7 schon 21 Grad, und um… Weiterlesen »

1000 Schritte von meinem Kanapee

Von Annette von Droste-Hülshoff
30. Juli 1846

Jetzt müssen Sie doch wohl wieder zu Hause sein. Ich bin richtig hier geblieben, im strengsten Inkognito, was auch höchst nötig war, denn ich bin schändlich krank geworden. Vorher hatte ich nicht Zeit dazu, aber jetzt habe ich ein ganzes Jahr voll Kummer, Sorge und Ärger nachzahlen müssen. Zudem war mein Homöopath verreist, ist erst vor einigen Tagen rückgekehrt, und ich habe mich solange allein durchgebissen – ganz heimlich, besonders vor den Hülshoffern, um den Klövekorns,… Weiterlesen »

Hohe Ausgaben

Von Annette von Droste-Hülshoff
1. Juli 1846

Bitte, liebe Jenny, besorge doch, dass alles an den rechten Mann kömmt, und schicke mir doch die Berechnung, was Du im Weinberge und für den Garten für mich ausgelegt und durch den Verkauf des Weins noch nicht gedeckt ist, damit ich es das nächste Mal deiner Pension beilege, denn leider kann ich Dir mit Mama kein Geld schicken, da ich den armen Werner, dem es schon so schwer wird, die nötige Summe für Mama aufzubringen, mich jetzt unmöglich entschließen kann zu mahnen. Wäre ich… Weiterlesen »

Was kann mir dann Großes begegnen?

Von Annette von Droste-Hülshoff
30. Juni 1846

Liebste Jenny, ich bin krank, kann gar nicht schreiben und muss doch, seit 14 Tagen, über meine Kräfte. Zwei Briefe an Dich, wovon ich an dem einen zwei, an dem andern vier Tage mich geplagt hatte, habe ich zerreißen müssen, weil unterdessen alles änderst eingerichtet worden war, nun kann ich aber nichts mehr! und da Mama selbst kömmt, kann sie dir auch von allen Verwandten und Freunden zehnmal umständlicher selbst erzählen. Ich schicke Dir also für dieses Mal nur dieses wunderliche… Weiterlesen »